Far out, weit weg, ganz weit von diesen Menschen, die den Unterschied zwischen einer Buddelkiste und einer Kiste Buddeln nicht kannten. Das waren wir.

Unten auf dem Boden, mit den Rücken an der Mauer und der letzten Kollektivkippe. Früher hatte das Ding unauffällig „Tanzbein“ geheißen und nur die kleine Flagge hatte es verraten, und dass es diesen Ort nicht mehr gab hatten diejenigen zu verantworten, die von Toleranz schwadronieren, aber in Wahrheit nicht einmal die Toleranz tolerieren können. Tolerieren heißt ertragen und dass richtige, echte Menschen keine Hirngespinnste, die ihnen wieder nur Schablonen überstülpten akzeptieren wollten konnten sie nicht tolerieren. Ich wollte nicht wissen, welch seltsame Definition von „Toleranz“ die ihren Kindern mitgaben. Die, die sie zu tolerieren und sogar lieben vorgaben hatten sie vertrieben.

Andreas‘ Eltern hatten sich hier kennengelernt – weit bevor es solche Eltern offiziell überhaupt gab: Klare Absprachen, Vati und Peter, Mutti und Mirko (wie in Miriam Kornelia) und Mirkos Ex, die andere Andy – wo gibt es sowas nicht?!

Die Exotin bei uns war Ulrike, unser grüngetupftes Einhorn, weil sie nicht wie wir war und nur eine Mutter und nur einen Vater hatte, die dazu auch noch zusammen waren und das fanden die Toleranzschwadronierer ebenfalls wieder seltsam, sie war ja kein schwuler Uli als Herzeigeaccessoire für irgendein Hetenmädchen, sondern nur sie und eine unserer Freundinnen.

Ulrike drückte die Kippe an der Hauswand aus und sagte, dass es das dann wohl wäre, immerhin stand auf der Leuchtreklame über ihrem Kopf jetzt schon Reisebüro.


Für die Etüden.

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