Micha schämt sich weil auf der Kladde und der Pappordnungmappe aus ihrer Jugendzeit in Pastellfarben eine Szene mit einer Puppe und Teddybären abgebildet ist.

„Ich sollte ein ewiges kleines Mädchen bleiben, deshalb habe ich mich angepasst. Unbewusst“, sagt sie entschuldigend. „Ich hatte auch Diddl-Blöcke und so was. Das war damals in.“

Annalena versteht nicht was daran peinlich sein soll, sie findet das verspielte Motiv schön. Es hat doch jeder eine Jugend. Es ist doch jeder mal jung.

Micha schüttelt den Kopf. „Bei uns musste es aussehen wie ein riesiges Puppenhaus. Meine Mutter hatte allen möglichen Krusch und ich musste mitmachen. Vielleicht habe ich mir solche Sachen“ – sie hebt die Kladde und die Mappe an – „nur gekauft um sie und ihren Fimmel aus meinem Zimmer fernzuhalten. Manchmal kam ich von der Schule und sie hatte ihre Porzellanpüppchen in meinem Zimmer drapiert. Alles voll. Sie wollte, dass ich genauso wäre wie sie, nicht ich, sondern ein Teil von ihr.“

Annalena versteht nicht was daran falsch ist. Sie findet gut, dass ihre eigene Mutter und sie sich so gut verstehen, und dass die sie manchmal sogar fragt ob sie sich etwas von ihren Sachen ausleihen kann.

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