Was ist schon ‘ne Liebe, wenn du dran krepierst?!

Der „Kellerdurchbruch“ in den Büchern von Markus hieß, war der erhoffte Durchbruch bei dem anderen Marcus, Marcus Keller, und dass die Namen die gleichen sind findet Nicole im ersten Moment viel seltsamer als das, was sie in den Büchern ihres Onkels liest.

Damals, in der Zeit, in der er noch gelebt hat war die Szene hermetisch und der Mann, an den sie sich vom Lego- und Playmobilspielen erinnert, wäre vielleicht gar nicht so glücklich mit dem gewesen was bis heute erreicht wurde.

Es hatte immerhin noch was eigenes.

Nicole erinnert sich auch an den Tag 1989 als Markus ins Krankenhaus kam. Es war Sommer, aber er hatte die Grippe. Nicoles Mutter hatte ihm da schon fast ein Jahr lang wegen der Flecken, die sie „die Brandschatzen“ nannte nicht mehr die Hand gegeben.

Nicole hatte ihren Onkel Markus geliebt.

War doch egal, dass der immer nur dahin ging wo andere Männer waren und keine Freundin hatte, so sah das für Nicole jedenfalls damals aus.

Sie wusste nicht, dass die Flecken Krebs waren, warum er den hatte, und dass ein paar Jahre vorher auch der Grund für die Grippe mitten im Sommer noch „Schwulenkrebs“ genannt wurde, sie wusste auch nicht was „schwul“ war.

An dem Tag, an dem Markus gegen Mittag nie wieder gesund werden würde, weil er um 11:55 Uhr starb, saß Nicole morgens im Kindergarten und musste fürchterlich weinen ohne zu wissen warum.


Noch was für die Etüden.

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