Es geht schon an, dass manchmal eine einzelne Straße über gut oder schlecht entscheidet. Und es geht an, dass es Straßenseiten gibt, von denen eine begehbar und die andere gefährlich ist. Die mit dem McDonald’s gegenüber der Post ist so eine, denn der Bahnhof, an dem sie mit diesem McDonald’s endet soll zeitweise ärger gewesen sein als der Bahnhof Zoo in Berlin. Auf der Platte, die in Wirklichkeit Freiheit heißt, und an der dauernd durchgängig Verkehr ist wegen der Rolltreppen wird gedealt und auf der anderen Bahnhofseite vor dem McDonald’s laufen die schlimmsten Dinger. Das weiß jeder genau. Vor dem Kaufhaus, das früher mal Horten war lungert es, im Vorraum der Postfiliale daneben schlafen nachts die Junkies, für die es keine Plätze in den Schlafstellen oder bei Freiern gibt. Einige campen auch im nahegelegenen Park, auch dort gibt es Drogen.

Vor der Postfiliale stehen drei Frauen, das Pärchen ist alkoholisiert und die jüngere ratlos, Streetworkerin will sie werden, aber sie ist das Kind von genau solchen und die haben keine Werkzeuge dazu, obwohl sie gerade nichts anderes gelernt haben.

Man diskutiert über die Frauen in der Essensausgabe, die Spielsüchtige und die Schizophrene, die die Userinnen hasst und fragt sich ob die Christiane F. noch lebt. Das Buch kennt doch wahrscheinlich jeder, aber der Film zieht das alles in den Dreck ist man einig. Worüber man nicht spricht sind die Liste mit den Autokennzeichen und die Ohnmacht den Frauen gegenüber, die die Kennzeichen zufügen. Die Trinkerinnen verstehen nicht warum die Userinnen Angst haben zur Polizei zu gehen. Überhaupt dieses Leben… Man schenkt sich hier nichts.

Aber gehe niemals, nie auf die andere Straßenseite…

Advertisements