Hast du nicht den Schwarzen Peter gehabt? Warum eigentlich Peter, warum nicht Hans oder Franz oder ganz anders? Warum nicht irgendwas von dem modernen Zeug? – Weil man damit nicht erwachsen werden kann ohne lächerlich zu wirken und du bis erwachsen. Los, gib zu, wann war das, wann warst du Kind? Gab es die Zeit, was weißt du davon? – Ach, ich würde so gern spielen.

Eis. Das ist wie Stärke. Forderungen ohne Berechtigung ohne jedwedes Gerechtfertigtsein und völlig unangebracht, das denkt Tanja. Weil man nicht sein kann wer man nicht ist ohne dabei zu sterben, so wie Christoph oder Annegret.

Da drüben im Zimmer die Flaschen. Räumt man die weg gibt man dem Kind keine Chance. Vielleicht wenn der große Jürgen aufräumt hat der kleine eine Chance zu spielen. Jürgen, sechs Jahre alt, dem egal ist ob gewonnen oder verloren so lange er die Salzstangen vom Mikadospiel danach aufessen darf um seiner Mutter eins auszuwischen mit ihrem ewigen DAS IST ESSEN UND KEIN SPIEL.

Der Gedanke ist eine Zärtlichkeit in sich selbst, so süß wie bitte, gäbe es die Eisschicht nicht. Die große Drift.

Da drüben Worte. Zwischen einem Erwachsenen und einem Kind und der Horror, der Ekel. Tanja will das nicht sehen. Die Übelkeit betäubt das längst nicht.

SCHEIßE, BENNY, DU BIST EIN KIND UND ICH HABE DEN ARSCH VOLL: ICH BIN BESOFFEN!

Tanja nimmt das gar nicht wahr.

MAMA, WAS HEIßT BESOFFEN?

Wer will schon wissen was ein Brief ist. Briefe waren das womit wir nach außen lebten, aber weil das direkt gefährlich war blieben sie indirekt. Über das was grenzübergreifend war. Von uns, die wir Katrin, Simone, Jana, Dirk, Andreas und Robert hießen an jene, die Katrin, Nadine, Tanja, Andreas, Alexander und Sebastian hießen. Manchmal von Doreen an Nancy oder Ronny an Gordon. Immer dasselbe, grenzübergreifend. Bis zum direkten Kontrapunkt. Der so schockierend war, dass es zur Kollision kam. Die einen waren nicht nur arm, wie die anderen nicht nur reich waren. Das vertrug sich nicht, weil in den Briefen die Armut nur indirekt war, wie jetzt die Verwirrung direkt war. Katharina, Katharina, André, André!

Zwischen Mond und Erde und Xylophon steht einer, dahinten am Tag zwischen Sonne und Himmel. Für den ist die Welt nicht minder groß weil sie so klein ist. Würde sie doch in Scharen herbeiströmen, das wäre wahrhaftige Größe.

Man kann doch gar nicht von sich behaupten, dass man selbst wüsste was ein Haus ist. Man kennt nur den Ort oder die Konstruktion, aber nicht das Gefolge oder Gefüge, so bleibt es undurchsichtig verschlossen und die Fragen dazu wachsen einem irgendwann wie Kinder oder Bäume über den Kopf. So ist es auch mit dem Haushalt. Es ist schwer ein Haus zu halten, so schwer, dass es nicht nach harter Arbeit aussieht und wer ein Haus hält die Schwere dieser Tat immer wieder betonen muss. Es ist eine schwerwiegende Leistung, nicht vergleichbar damit hauszuhalten. Das tut der Pöbel und so kann nicht sein, dass man in seinem Gefüge damit in einen Topf geworfen wird. Das tut dem Gefolge unrecht.

Im Tag steht der Mond und ganz weit weg in der Nacht die Sonne. Da, wo es nie dunkel wird würde sie sich wohlfühlen, denkt Liane, weil die Nacht grausam ist, wenn man nachts im Akkordeon arbeitet. Im Betrieb heißt die Schicht nur Akkordeon damit es mutig klingt, frohgemut und lustig, Laufband, Kiste, Handumdrehung, Fall, und dass keiner denkt, die Kiste wäre das Letzte. Das kann schon vorkommen, der Takt ist hart und die Flächen weit, die Welt entfernt und ein Rauschen.